Spirituelle Perspektive
Im Johannesevangelium beginnt die Schöpfung mit dem Logos — dem Wort. Das ist keine Zufälligkeit: Worte haben in allen Weisheitstraditionen schöpferische Kraft. Die kabbalistischen Traditionen beschreiben die hebräischen Buchstaben als Bausteine der Welt. Im Hinduismus ist Om nicht nur ein Klang, sondern der Urton der Manifestation. Für den Alltag bedeutet das: Die Sprache, die wir innerlich und äußerlich verwenden, ist nicht neutral. Wer sagt ich muss statt ich wähle, wer sagt ich bin ängstlich statt ich spüre Angst — erzeugt eine andere innere Realität. Sprache ist nicht nur Abbild des Denkens, sondern sein Werkzeug. Und Werkzeuge lassen sich wechseln.