Spirituelle Perspektive
Im Buddhismus wird Metta — liebende Güte — immer zuerst auf sich selbst gerichtet, bevor sie sich nach außen ausweitet. Das ist keine Selbstbezogenheit, sondern tiefe Weisheit: Ein leeres Gefäß kann nicht schenken. Das hermetische Prinzip des Geschlechts lehrt, dass das empfangende Prinzip nicht passiv ist, sondern aktiv nährend — auch sich selbst gegenüber. In vielen Kulturen gilt Selbstfürsorge als Egoismus. Die spirituellen Traditionen, die länger gedacht haben, sehen das anders: Wer sich selbst nicht nährt, hat auf Dauer nichts zu geben. Der erschöpfte Helfer hilft aus Angst — der genährte Helfer hilft aus Fülle. Das ist kein moralischer Unterschied, sondern ein praktischer.