Spirituelle Perspektive
Viele Menschen greifen zum Vergleich mit anderen — sei es zur Selbstberuhigung (‚anderen geht es schlechter') oder zur Motivation (‚andere haben mehr erreicht') — in der Hoffnung, dadurch ein tieferes Bedürfnis zu stillen: das Bedürfnis nach Sicherheit, nach Anerkennung, nach dem Gefühl, genug zu sein. Das Prinzip der Ursache und Wirkung zeigt jedoch, dass Vergleich als Ursache selten die tatsächlich gesuchte Wirkung erzeugt: Die Beruhigung durch Abwärtsvergleich ist meist flüchtig und muss ständig erneuert werden, die Motivation durch Aufwärtsvergleich erzeugt oft eher chronische Unzufriedenheit als nachhaltigen Antrieb. Die eigentliche gesuchte Wirkung — inneres Genug-Sein, echte Motivation aus eigenem Sinn — entsteht durch eine andere Ursache: die direkte, unvergleichende Auseinandersetzung mit den eigenen Werten und Zielen, nicht durch die ständige Positionierung im Verhältnis zu anderen.