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Tagesmaxime

„Man kann trauern, dass etwas vorbei ist, und gleichzeitig erleichtert sein, dass es vorbei ist — beides ist wahr.“

Dein Micro-Step heute

Erlaube dir heute, falls ein Abschied in deinem Leben ansteht, sowohl Trauer als auch Erleichterung gleichzeitig zuzulassen, ohne dich für eines der beiden Gefühle zu schämen.

Zum Nachdenken

Bei welchem Abschied in deinem Leben trägst du gleichzeitig Trauer und Erleichterung, ohne dir bisher erlaubt zu haben, beides anzuerkennen?

Zwei Blickwinkel auf diese Maxime

Das Prinzip der Polarität zeigt: Trauer über das Ende einer Sache — einer Beziehung, eines Jobs, einer Lebensphase — und gleichzeitige Erleichterung über eben dieses Ende können beide gleichzeitig echt sein, ohne sich zu widersprechen.

Spirituelle Perspektive

Das Ende einer belastenden, aber lange vertrauten Beziehung, einer schwierigen, aber langjährigen Anstellung, einer schmerzhaften, aber vertrauten Lebensphase erzeugt oft ein verwirrendes Gefühlsgemisch: Trauer über das, was zu Ende geht — selbst wenn es belastend war, war es vertraut —, und gleichzeitig echte Erleichterung, dass die Belastung endlich vorbei ist. Das Prinzip der Polarität zeigt, dass beide Gefühle gleichzeitig wahr sein können, ohne sich gegenseitig zu widerlegen. Viele Menschen fühlen sich schuldig für die Erleichterung, als würde sie die Trauer unaufrichtig machen — oder unterdrücken die Trauer, weil sie meinen, angesichts der Erleichterung keinen Anspruch darauf zu haben. Beide Gefühle verdienen jedoch gleichermaßen Raum: Man kann etwas vermissen, das einem gleichzeitig nicht guttat, und man kann erleichtert sein über etwas, das einem gleichzeitig auch etwas Wertvolles genommen hat.

Wissenschaftlicher Blick

Die Trauerforschung zu ambivalenten Verlusten, unter anderem durch Pauline Boss, beschreibt genau diese Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Gefühle als normale, gesunde Reaktion auf komplexe Verlustsituationen — insbesondere bei Verlusten, die sowohl belastende als auch wertvolle Aspekte beinhalteten. Studien zur emotionalen Verarbeitung zeigen, dass die bewusste Anerkennung beider Gefühle — statt der Unterdrückung eines davon aus Schuldgefühlen — mit besserer langfristiger psychischer Verarbeitung des Übergangs korreliert. Forschung zu ‚mixed emotions' bestätigt zudem, dass Trauer und Erleichterung neurologisch keine sich gegenseitig ausschließenden, sondern koexistierende affektive Zustände darstellen können.

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