Spirituelle Perspektive
Der Satz ‚Woran du denkst, das wächst' klingt zunächst wie eine esoterische Behauptung über die magische Kraft des Denkens, die die äußere Welt verändert. Das Prinzip des Mentalismus lädt zu einer bescheideneren, aber ebenso kraftvollen Lesart ein: Nicht die äußere Welt verändert sich automatisch durch bloßes Denken — aber das subjektive Erleben verändert sich sehr wohl, abhängig davon, worauf der Geist wiederholt seine Aufmerksamkeit richtet. Wer wiederholt auf das achtet, was fehlt, wird zunehmend eine Welt des Mangels wahrnehmen. Wer wiederholt auf das achtet, was bereits da ist, wird zunehmend eine Welt der Fülle wahrnehmen — bei objektiv identischen äußeren Umständen. Aufmerksamkeit ist in diesem Sinne wie Nahrung für den wahrgenommenen Teil der Wirklichkeit: Was regelmäßig beachtet wird, gewinnt an subjektivem Gewicht, was ignoriert wird, verblasst im Erleben, unabhängig von seiner objektiven Größe.