Spirituelle Perspektive
In der taoistischen Ästhetik gibt es das Konzept des Wu — der produktiven Leere. Ein Tongefäß ist nützlich durch seine Leere, nicht trotz ihr. Musik entsteht nicht aus Tönen allein, sondern aus Tönen und Stille. Die schöpferische Leere ist nicht Abwesenheit, sondern Empfangsbereitschaft. Das hermetische Prinzip des Geschlechts beschreibt diese Phase als das empfangende Prinzip in seiner reinen Form: maximal offen. Viele kreative Menschen kennen den Moment: Die beste Idee kam nicht beim Arbeiten, sondern danach — im Halbschlaf, im Bad, beim Spazieren. Das ist kein Zufall, sondern Physiologie.